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Berlin-Hohenschönhausen/

Geschichte des Stadtbezirks

Inhalt

bulletÜber 650 Jahre Hohenschönhausen
bulletChronik von Alt-Hohenschönhausen
bulletDie Taborkirche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1352 bis 2002 - 650 Jahre Hohenschönhausen

Heinrich Billerbeck, Rektor der Kirche in Hohenschönhausen, wurde im Streit um einen Altar in Templin hinzugezogen und als Schiedsperson gefragt. Dies geht aus einer Urkunde, datiert vom 18. Juli 1352 hervor. Billerbecks Entscheidung wurde in dieser nun 650 Jahre alten Urkunde amtlich gemacht und mit seinem Siegel versehen. 

Das Dokument haben Mitarbeiter des Heimatmuseums im Landeshauptarchiv in Potsdam gefunden. Dank Heinrich Billerbeck und dieser Urkunde ist damit der Beweis erbracht, dass Hohenschönhausen (mindestens) 650 Jahre alt ist.

Hohenschönhausen hatte Ende des 14. Jahrhunderts vielleicht einhundert Einwohner. Eine Urkunde aus dem Jahre 1356 weist eine Familie von Rochow als Besitzer Hohenschönhausens aus. Aus dem Stadtbuch geht hervor, dass  die Berliner Tyle Wardenberg (Cöllner Patrizier-Ratsherr Tyle Wardenberg) und Jacob Rathenow (Jacob von Rathenow, Mitglied einer alten und begüterten Patrizierfamilie an der Spitze Berlins), schon Besitztümer in Hohenschönhausen hatten.

 

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Chronik von Alt-Hohenschönhausen

 
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Um 1230 wurde die spätromanischen evangelischen Taborkirche gebaut. Sie ist eines der ältesten erhaltenen Denkmale des Bezirkes. 

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Der erste direkte Nachweis Hohenschönhausens geht aus einer am 18. Juli 1352 in Templin ausgestellten Urkunde hervor, in der Heinrich Billerbeck als Pfarrer der Kirche von Hohenschönhausen genannt wird. 

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Für mehr als 250 Jahre geht das Rittergut Hohenschönhausen 1480 in das Eigentum des märkischen Adelsgeschlechts von Röbel über.

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Gutshaus Hohenschönhausen - erste Datierung um 1690.  Das mehrfach baulich veränderte Gebäude, wurde auch als Schloss bezeichnet. Zu den Besitzern zählten Familie von Röbel (18. Jahrhundert) und der preußische Reformer Christian Friedrich Scharnweber (19. Jahrhundert). Im 20. Jahrhundert bewohnte es der Fabrikant und Erfinder der Taschenlampe, Paul Schmidt. Seit 1990 steht das Haus leer und bedarf einer denkmalgerechten Restaurierung.

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Gründung der “Grunderwerbs- und Baugesellschaft zu Berlin” 1893 durch Henry Suermondt und Julius Grosse-Leege. Am Orankesee wird eine Landhauskolonie errichtet. Nach 1900 entstehen das Villenviertel am Obersee und im Umfeld der heutigen Konrad-Wolf-Straße weitere Wohnhäuser. 

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1. Oktober 1920 - Bildung der Einheitsgemeinde Berlin. Die Landgemeinde Hohenschönhausen sowie die Landgemeinden und Gutsbezirke Malchow, Falkenberg und Wartenberg werden in den neugebildeten 18. Berliner Verwaltungsbezirk Weißensee eingegliedert. 

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1926/27 baut die Gehag nach Entwürfen von Bruno Taut eine Kleinhaussiedlung mit Eigenheimen an der Paul-Koenig- und Titastraße.

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Nach Plänen der Architekten Paul Mebes und Paul Emmerich wurde 1931-1934 die Wohnanlage “Flusspferdhof”  in der Tradition des Neuen Bauens errichtet. 

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Am 22. April 1945 wurde Hohenschönhausen durch die Rote Armee eingenommen. 

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Das Sportforum Berlin entsteht in mehreren Bauabschnitten in der Zeit von 1954-1964 am Weißenseer Weg.

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An der Landsberger Allee sowie zwischen Weißenseer Weg und Arendsweg entstand 1975-1978 ein neues Stadtviertel für etwa 18 000 Menschen. 

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Im Zusammenhang mit dem Bau der Plattenbauten bis an den Dorfkern Hohenschönhausens, erfolgt 1979-1984 beiderseits der Hauptstraße der Abriss historischer Gebäudesubstanz.

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Am 1. September 1985 bilden die Ortsteile Hohenschönhausen, Falkenberg, Malchow und Wartenberg, den neuen Stadtbezirk Hohenschönhausen. 

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Am 7.Mai 1990 übernimmt im Ergebnis der ersten freien Kommunalwahlen Rudolf Buschko (SPD) das Bürgermeisteramt von Hohenschönhausen. 

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1995 Gründung der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen auf dem Areal Genslerstraße.

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Seit dem 19. April 2000 erinnert ein Gedenkstein in der Konrad-Wolf-Straße 91 an die Synagoge der “Jüdischen Gemeinschaft Hohenschönhausen”.

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2001 Der Bezirk Lichtenberg-Hohenschönhausen legt seinen fusionsbedingten Doppelnamen ab und heißt ab 1. Juni offiziell “Lichtenberg”. 

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2002 Am 31. Mai erfolgt nach originalgetreuer zweijähriger Rekonstruktion die Wiedereröffnung des Mies van der Rohe Hauses (1932/33) an der Oberseestraße.

 

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Die Kirche und die Geschichte

Die im Mittelalter aus Feldsteinen errichtete Taborkirche, wurde schätzungsweise bereits um 1230 mit meterdicken Mauern errichtet.

Eine Legende besagt, dass sie dem Heiligen Willibrord, einem friesischen Bischof, geweiht wurde, der sich damals stark für Kinder einsetzte.

Ihr Name bezieht sich auf den Berg Tabor ("Berg der Verklärung", biblische Geschichte um die Protzsucht der Menschen) in Palästina.

 

Mehrmals in der Geschichte der Kirche musste sie ihren Turm einbüßen. Nach einem Fachwerkturm, einem Spitzturmdach und schließlich einer Barockhaube, die aufgrund ihres Gewichtes 1953 abgetragen werden musste, steht sie seither kirchturmlos an der Hauptstraße.

Zwei Apolda-Glocken von 1919 sorgen regelmäßig im Garten für einen Dreiklang in A-Dur.

 

Besonderheiten der Innenausstattung der Feldsteinkirche sind das Drei-Strahl-Deckengewölbe und der aus Wartenberg stammende Marienaltar von 1450. Die kleine Orgel wurde 1862 von Albert Lang gebaut und war ein Geschenk von Friedrich Wilhelm IV. 

Da ihr Pedal nicht wie üblicherweise hinter, sondern aus Platzgründen unter dem Orgelwerk steht, ist sie die einzige ihrer Art in Berlin und Brandenburg.

 

Der Kanzelkorb stammt aus der Zeit um 1600 und ist mit Bibelversen des Alten und Neuen Testaments in deutscher Schrift versehen.

 

In den historischen Fahnenstangen stehen die Initialen G und J. Ein sächsischer Kurfürst Johann Georg trug sie 1694 in der legendären Schlacht. 

 

1899 fuhr die  Elektrische bis zum Schulhaus. Zu diesem Zeitpunkt wurde aus der Dorfstraße die Hauptstraße. 

 

1909 wurde das Rathaus erbaut. Gleich gegenüber, an der Berliner Straße 1, entstand 1913/14 das imposante Geschäfts- und Wohngebäude, heute ein aufpoliertes Schmuckstück, und dort, wo heute die „italienische Tropfsteinhöhle“ lockt, ging es damals zum 1. Ehestandsschoppen. Robert Schultzes Etablissement „Gasthof zum Storchennest“, ein Ausflugslokal mit großem Garten, Saal und Bühne, wurde Opfer des zweiten Weltkriegs. Auch das Pfarrhaus samt Garten an der Hauptstr. 39 musste 1978 weichen. An seiner Stelle steht heute das Ausländerwohnheim an der Rhinstraße. Doch ein kleines Stück Hauptstraße hat sich behauptet: Am Bogen zur Marzahner Straße ist originales denkmalgeschütztes Kopfsteinpflaster erhalten. 

 

Viel ist vom ehemaligen Dorfkern nicht übrig geblieben. Neben der Taborkirche steht noch die alte Dorfschule (die Anne-Frank-Bibliothek ist aus-, der Schlossverein eingezogen), das Gutshaus, auch Schloss genannt, um das sich rührige Geister in einem Förderverein sorgen, und ein paar geduckte Bauernhäuser - das ist alles. Erhält Alt-Hohenschönhausen im Bundeswettbewerb „Stadtumbau Ost“ den Zuschlag, könnten gerade das Denkmalensemble Gutshaus, alte Dorfschule, Taborkirche einerseits und das nach Aufwertung schreiende Umfeld andererseits enorm davon profitieren.

 

Quelle: 

Christine Steer, Heimatmuseum Lichtenberg

www.rathausnachrichten.de 

Ortsteilserie v. Jutta Wolf

 

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Aktualisiert Klaus Thiem, Montag, 02. Oktober 2006 21:58:51

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